Landluft macht frei |
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Im 18. und 19. Jahrhundert waren sieben bis acht Landarbeiter in der Lage, genug Essen für sich selbst und zwei bis drei Stadtbewohner zu erzeugen. Der moderne Farmer kann dagegen um die achtzig Städter versorgen. Landwirtschaftliche Betriebe wachsen immer mehr, intensive Großflächenbewirtschaftung und industrielle Tierhaltung sind der Normalfall.
Back-to-the-land movements gab es in den vergangenen Jahrzehnten schon hin und wieder einmal und in den 60er und 70er Jahren wurde die Stadtflucht sogar zeitweise zum dominierenden sozialen Trend hochstilisiert, der dann in der Praxis jedoch verebbte. Die moderne back-to-the-land movement geht leiser vonstatten und ist weniger radikal. Die meisten Leute, die heute aufs Land ziehen, haben oft weitere Einkommensquellen, die sie finanziell nicht auf Gedeih und Verderb von ihren Einkünften aus der Landwirtschaft abhängig machen. Oft hat wenigstens ein Ehepartner eine Beschätigung in der Stadt, so dass neben einem geregelten Einkommen auch die Krankenversicherung für beide Eheleute sichergestellt ist. Andere Städter ziehen erst nach der Pensionierung aufs Land. Derartiger finanzieller Rückhalt ist auch notwendig, denn nur eine Minderheit der Neubauern hat ausreichend Erfahrung mit der Landwirtschaft, z. B. wenn sie auf einer Farm aufgewachsen sind. Dieser Erfahrungsmangel wird jedoch durch ein breites Angebot von Büchern zum Thema und vor allem durch den Erfahrungsaustausch in Internet-Foren, wie z. B. Homestead-Work und in Newsletters und Zeitschriften, z. B. Countryside (Abb.), ausgeglichen.
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