Die Auswanderer |
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Getrieben von wirtschaftlicher Not, persönlichen Umständen oder ethnischer und religiöser Verfolgung, wanderten zwischen 1890 und 1920 mehr als 30 Millionen Europäer nach Amerika aus. Sie alle hofften auf einen Neuanfang in Freiheit und Wohlstand.
Durch zahlreiche Rückblicke erfahren wir von den Leben dieser Menschen und was sie dazu gebracht hat, kurz nach Ende der Cholera-Epidemie des Jahres 1892 nach Hamburg zu kommen, um den Transatlantikdampfer Saxonia zu besteigen und nach Amerika auszuwandern. Eines wird beim Lesen dieses Auswanderer-Romans deutlich: Eine Auswanderung ist nicht nur eine geographische Veränderung. Auswanderer vollziehen auch einen gewissen Identitätswandel, der oft schon vor dem Eintreffen in der neuen Heimat beginnt. So kauft sich Simon Kantor z. B. kurz vor der Abreise einen neuen Hut und lässt seinen alten Judenhut zurück. "Er steht an der Reling der Saxonia. Er trägt seinen neuen Hut, und er fühlt sich wie beschützt, als trage er einen Helm. Er zieht die Krempe tiefer. So würde er schwerer zu erkennen sein." Der Neuanfang in einer fremden Umgebung, in der einen niemand kennt, bietet die Chance, sich selbst neu zu definieren. "Wenn ich drüben bin, wird mein Name Singer sein. Simon Singer." Obwohl der Roman bereits endet, als Amerika am Horizont sichtbar wird, gibt der Autor doch einen Ausblick auf das schwere Leben, das die ärmeren Auswanderer erwartet: "Sie blicken alle in eine Richtung, Hunderte von Gesichtern, verzweifelte, hoffnungsvolle, kranke, stumpfe, blöde, traurige Gesichter. Ein Drittel von ihnen wird das erste Jahr nicht überleben." |
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